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Geschichte
die Geschichte des awh|Zell

 Geschichte nach 1850

 Geschichte nach 1987

 

Das alte Zeller Spital

Aus einer Urkunde des Jahres 1188 geht hervor, daß der Salzburger Bischof Adalbert II. auf die Zehentabgabe einiger Bauern in der Pfarre Zell zu Gunsten des Spitals zu Ehren des heiligen Johannes des Täufers in Zell verzichtete. Dasselbe wurde in einer zweiten Urkunde im Jahre 1198 bestätigt. Ein Spital war damals eine Zufluchtsstätte, besonders in Zell war es eine solche für Wanderer, die über den Gerlospaß in den Pinzgau wollten oder von dort herkamen, sich hier etwas erholten, um dann weiterzuwandern

Das Heiligenhaus

Vor rund zweihundert Jahren war das Zeller Altersheim schon ein Armenhaus und trug den Namen ”Heiligenhaus”. Für die finanziellen Erfordernisse dieses Armenhauses hatten 17 Gemeinden zu sorgen. Dafür hatten die einzelnen Gemeinden auch Anspruch auf eine entsprechende Anzahl von Plätzen in diesem Altersheim und konnten über diese entsprechend verfügen. Um 1840 befand sich das Zeller Armenhaus in einem sehr schlechten Bauzustand und da sich die Gemeinden nicht in der Lage sahen, die für die Erneuerung des Hauses erforderlichen Finanzmittel aufzubringen, kam es zu einem Streit zwischen den einzelnen Gemeinden. Dieser Streit konnte vor dem Pfleger des Zeller Gerichtes beigelegt werden, wobei die beteiligten Gemeinden zu einer Zwölfer- und zu einer Fünfergruppe neu zusammengefaßt wurden. Damit war allerdings dem Haus noch keine Verbesserung zuteil geworden.

Der Neubau um 1850



Ansicht von Zell mit Pfarrkirche und Stiftungsgebäude (1853)

Im Jahre 1837 war nach Zell ein neuer Dekan gekommen: Jakob Jenal, ein Graubündner, der in Salzburg zum Priester geweiht worden war. Mit ihm kam auch ein neuer Kooperator: Ignaz Huber, gebürtig aus Brixlegg. Huber hatte schon eine Kirche in Kelchsau erbaut, hatte für die Erneuerung der sehr desolaten Kirche zum heiligen Leonhard in Thurnbach gesorgt, baute unter großen Schwierigkeiten in Ramsau das Kirchlein ”Maria Sieben Schmerzen”, wurde jedoch noch bevor er die Weihe des Ramsauer Kirchleins erbitten konnte, als Vikar nach Mayrhofen versetzt. Als Vikar von Mayrhofen bemühte er sich sehr um den Bau von Kirche und Schule in Häusling-Zillergrund, wobei es ihm gelang, diesen Bau Mitte der vierziger Jahre durchzuführen. Vikar Huber kannte aber auch die Not der Kranken und Alten und es tat ihm oft weh, nicht helfen zu können. Deshalb trug er sich mit dem Gedanken, in Mayrhofen ein Spital zu errichten.

Als 1847 der Salzburger Erzbischof, Kardinal Friedrich von Schwarzenberg, nach Mayrhofen zur Visitation kam, erbat er vom Oberhirten Hilfe. Er tat das auch, weil er wußte, daß dem Erzbischof von einem Wohltäter sechstausend Gulden übergeben worden sind. Er bat um dieses Geld und war sehr überrascht, daß Kardinal Schwarzenberg ihm dieses Geld gab. Dann aber begannen die Sorgen! Es war Vikar Huber klar, daß mit sechstausend Gulden nichts erbaut werden konnte. Andererseits spürte er, daß sein Plan, in Mayrhofen ein Spital zu erbauen, von verschiedenen Leuten nicht sehr begeistert aufgenommen wurde. Deswegen entschloß er sich, eine Lehrerbildungsstätte zu errichten, damit für das Zillertal die notwendigen Lehrpersonen ausgebildet werden könnten. Aber dazu kam es auch nicht, denn Dekan Jakob Jenal richtete an Vikar Huber die Bitte, ihm die sechstausend Gulden zu überlassen, weil mit diesem Geld in Zell für das Altersheim etwas getan werden könnte, ja es wäre der Grundstock für einen Neubau. Huber gab dem Dekan das Geld, allerdings erst nachdem der Erzbischof seine Einwilligung gegeben hatte. Da Dekan Jenal aber spürte, daß es dem Vikar Huber leid tat, das Geld nach Zell gegeben zu haben, bat der Dekan den bauerfahrenen Huber, daß er sich um den Neubau in Zell kümmern möge. Huber schreibt dann, nachdem er 1852 selbst Zeller Dekan geworden war, ”wie froh er sei, das Geld nach Zell gegeben zu haben, denn jetzt habe er das Altersheim ganz und was würde ihm jetzt ein solches in Mayrhofen nützen”. Der Neubau wurde 1848 vorbereitet. Der Grund mußte vom Forstamt angekauft werden. Neben diesem Grundstück, auf dem eben heute das Zeller Altersheim steht, befand sich das Gefängnis, ”Fronfeste” genannt. Da dieses aber schon in einem sehr schlechten Zustand war, wurde es abgerissen und so Grund für einen Garten gewonnen. Der Bau wurde noch im gleichen Jahr begonnen und 1850 war das Gebäude soweit - es fehlte zwar noch vieles - daß es besiedelt werden konnte. Dem Altenheim angegliedert war auch eine eigene Landwirtschaft, die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts selbständig geführt wurde. In dieser Landwirtschaft mitgeholfen haben auch die noch rüstigen ”Pfründner”, welchen dadurch die Möglichkeit geboten wurde, entstandene Kosten für Unterkunft und Verpflegung abzuarbeiten. Das Altenheim war durch den Betrieb der Landwirtschaft, besonders während der Kriegsjahre, in der Lage, sich selbst mit eigenproduzierten Lebensmitteln zu versorgen.


Die Kaiser-Franz-Josef-Stiftung

Bis 1974 war im Stiftungsaltersheim Zell auch die Entbindungsstation des Zillertales untergebracht. Seit der Schließung dieser Station infolge Konzentrierung der Entbindungsstationen im Bezirkskrankenhaus Schwaz wird es nur mehr als reines Altenwohn- und Pflegeheim geführt. Ausschlaggebend hiefür war wohl der Mangel an Fachärzten im Zillertal, die die Entbindungsstation kraft Gesetzes betreuen sollten.

Die Barmherzigen Schwestern



Die Schwetsern in ihrer früheren Ordenskleidung.

Dekan Jenal hatte 1848 mit Kardinal Schwarzenberg und dem Superior von Schwarzach, H. H. Embacher, Verhandlungen auf-genommen, um Barmherzige Schwestern für Zell zu bekommen. In Schwarzach war durch eine Stiftung Kardinal Schwarzen-bergs ein Spital errichtet worden, wo die Barmherzigen Schwestern wirkten. Für Zell war geplant, daß 1850 die ersten Schwestern kommen.



1.April 1991: Verabschiedung der letzten in Zell tätigen Barmherzigen Schwestern

Da aber im Winterhalbjahr 1847/48 beide Zeller Lehrerinnen schwer erkrankten und für einen weiteren Schuldienst nicht mehr in Frage kamen, mußte alles daran gesetzt werden, wenigstens zwei Schwestern, die als Lehrerinnen die Zeller Volksschule betreuen sollten, sofort herzubekommen. Auf das Gesuch von Dekan Jenal hin, wurden drei Schwestern (zwei Lehrerinnen und eine Hausschwester) für Zell bestimmt. Im Jahre 1850 sollten dann weitere Schwestern nach Zell kommen, um das Altersheim zu übernehmen. Die Würdige Mutter Ambrosia begleitete die Schwestern von Schwarzach nach Zell. Drei Tage dauerte diese Reise, die am 23. Mai 1848 begann. Die erste Nacht wurde in Stuhlfelden, die zweite in Brixen im Thale verbracht, und am dritten Tag ging es dann nach Wörgl und Rattenberg. Dort kamen die Schwestern um die Mittagszeit an und trafen den Hochwürdigen Kardinal-Erzbischof Schwarzenberg. Er erteilte den Schwestern für ihre neue Aufgabe in Zell seinen besonderen Segen. Am 25. Mai um 5 Uhr abends kamen die Schwestern in Zell am Ziller an. Die Leute, die sich zufällig in der Nähe der Pfarrkirche befanden, waren sehr verwundert ”wegen der schwesterlichen Kleidung”. Dekan Jenal sorgte für eine ordentliche Unterkunft, und schon in der darauffolgenden Woche wurde mit dem Unterricht begonnen. 1850 übernahmen dann die Schwestern das neue Altersheim und hatten dort - gemeinsam mit dem Dekan - bis zum Jahre 1938 auch die Verwaltung des Hauses über. So wirkten die Barmherzigen Schwestern seit 143 Jahren ununterbrochen in Zell am Ziller. Besonders schwierig waren die Zeiten, als die Schwestern mit wenig zusätzlichem Personal an die 90 Insassen zu betreuen hatten und für Haus und Landwirtschaft verantwortlich waren.

Der Segen, den Kardinal Schwarzenberg den ersten Schwestern auf den Weg nach Zell erteilt hat, ist als der Segen Gottes bei den Schwestern und ihrer Arbeit im Dienste der Alten und Kranken bis März 1991 geblieben!

Unschätzbares zum Wohle alter und behinderter Mitbürger haben die Barmherzigen Schwestern während dieser 143 Jahre in Zell geleistet. Besonders schwierig waren die Zeiten während der beiden Weltkriege und die schwierigen Nachkriegsjahre, in denen es oft am Notwendigsten, insbesondere an Lebensmitteln und Medikamenten mangelte. Stellvertretend für alle verdienstvoll und selbstlos tätigen Schwestern soll die Schwester Mansueta erwähnt werden, die 43 Jahre ununterbrochen die Bedürftigen des Hauses betreute. Am 1. April 1991, dem Ostermontag, erfolgte die würdige Verabschiedung der allseits beliebten Barmherzigen Schwestern. Im Rahmen eines Gottesdienstes mit anschließendem Festakt wurde deren Tätigkeit entsprechend gewürdigt und gebührender Dank ausgesprochen. Grund für diesen Auszug war die triste Personalsituation in den eigenen Häusern des Ordens. Die Schwestern werden künftig in den ordenseigenen Einrichtungen ihren Dienst versehen. Besonders hervorgehoben werden soll die seelsorgerische Betreuung der Mitbewohner des Hauses durch die Pfarre Zell. Geistlicher Rat Pfarrer Paul Öttl und ebenso seine Vorgänger haben stets durch nimmermüde und segensreiche Tätigkeit in der Seelsorge, besonders in der steten Betreuung der alten und kranken Menschen des Zeller Alten- und Pflegeheimes Großes geleistet. Ein besonderer Tag im Leben der Mitbewohner des Hauses war der Besuch des Hochwürdigsten Herrn Erzbischofs, Dr. Georg Eder, im Jahre 1992 und im Jahre 2008 der Besuch von Erzbischof Dr. Alois Kothgasser. Auch die Landeshauptleute Dr. Partl, Dr. Weingartner und DDr Van Staa statteten während ihrer Amtszeit den Bewohnern des Wohn- und Pflegeheimes Zell a. Ziller einen Besuch ab.

1984 - Neues Verwaltungsorgan

Eine Urkunde aus dem Jahre 1188 besagt, daß dem St.-Johannes-Spital zu Zell im Zillertal vom Salzburger Erzbischof mehrere Güter in der Umgebung übergeben worden sind. Das bestehende Altersheim - früher Heiligenhaus genannt - ”Kaiser-Franz-Josef-Spital”, stellt heute eine Stiftung dar. Der Stiftungsbrief sieht vor, daß die Stiftung von einem Ausschuß, in welchem bisher Bürgermeister verschiedener Gemeinden des ganzen Bezirkes vertreten waren, verwaltet wird. Auf Grund geänderter Situationen im Bereich des Sozialwesens unseres Bezirkes ergab sich die Notwendigkeit, ein neues Verwaltungsorgan für die Stiftung zu bilden. Vom Bezirkshauptmann, HR Dr. Gunther Weißgatterer, wurde deshalb eine Konferenz der Zillertaler Bürgermeister anberaumt, anläßlich welcher beschlossen wurde, den Stiftungsbrief in bezug auf die Verwaltung der Stiftung abzuändern. In der erwähnten Bürgermeisterkonferenz, welche am 12. September 1984 in der Fremdenverkehrsfachschule Zell stattfand, wurde einstimmig beschlossen, die Stiftung in Zukunft durch die Zillertaler Bürgermeister bzw. den gewählten Ausschuß zu verwalten und den Sitz in Zell am Ziller zu fixieren. Zum Obmann dieses Ausschusses wurde Walter Amor, Bürgermeister von Zell, gewählt. Waren bisher alle 39 Gemeinden des politischen Bezirkes Schwaz für die Erhaltung des Stiftungsaltersheimes zuständig, so sind nach dem neuen Konzept nur mehr die 17 Gemeinden des mittleren und hinteren Zillertales von Kaltenbach-Stumm bis einschließlich Tux im Verwaltungs- und Erhaltungssprengel vertreten. Die Bürgermeister dieser Gemeinden bilden auch das oberste Organ der Stiftung, die Vollversammlung.

 

Um- und Erweiterungsbau 1987 bis 1992



Das Altenwohn- und Pflegeheim nach dem Umbau im Jahre 1993

Der neu gewählte und seither tätige Obmann der Stiftungsverwaltung, Bürgermeister Walter Amor von Zell, legte alsbald ein Gesamtkonzept für den Um- und Ausbau des veralteten Stiftungsaltersheimes und ebenso ein Finanzierungsmodell für die Aufbringung der erforderlichen Mittel in der Höhe von mehr als 45 Millionen Schilling vor. Dieses Konzept sieht vor, daß nach dem Umbau zeitgemäße Wohn- und Pflegeeinheiten (vorwiegend Einzelzimmer) für insgesamt 61 Senioren und die entsprechenden Neben-, Wirtschafts- und Verwaltungsräume zur Verfügung stehen. Der Vorschlag von Bürgermeister Amor fand auch die Zustimmung aller beteiligten Institutionen. Demnach tragen die nach der Umgestaltung des Verwaltungssprengels verbleibenden 17 Zillertaler Gemeinden und das Land Tirol die Finanzierung des Umbauvorhabens, welches in mehrere Bauabschnitte eingeteilt wurde. 1987 wurde mit den ersten Baumaßnahmen begonnen. Verschiedene Bauphasen (Einbau eines Bettenliftes, Ausbau des Dachgeschoßes, Schaffung diverser Zweckräume im Keller- und Erdgeschoß, Erneuerung des westseitigen Gebäudeteils) wurden in einer kurzen Zeitfolge realisiert. Der letzte Bauabschnitt - die Generalsanierung des Haupthauses - wurde im Jahre 1991 in Angriff genommen und im Spätherbst 1992 zum Abschluß gebracht.In den Obergeschoßen entstanden zeitgemäß ausgestattete Zimmer für pflegebedürftige Personen. Im Erdgeschoß wurden Verwaltung, Küche und mehrere Kommunikations- und Therapieräume sowie ein Festsaal eingerichtet. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde auch die hauseigene Kapelle renoviert.

Auch der Garten vor dem Haus wurde umgestaltet zu einer Parkanlage, die von den Hausbewohnern gerne für erholsame Stunden benützt wird. Die Gesamtkosten des Um- und Erweiterungsbaues in den Jahren 1987 bis 1992 betrugen rund 45 Millionen Schilling. Den Abschluß der gelungenen Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahmen bildete ein Festakt am 19. Juni 1993 im Beisein von Landeshauptmann Dr. Alois Partl.

 

2003 - Baubeginn ostseitiger Erweiterungsbau



Erweiterungsbau Ost

Der Anteil der Menschen, die älter als 60 Jahre sind, steigt stetig. Dies deckt sich auch mit den aktuellen Prognosen des Landes, die besagen, dass 2015 mehr als 23 Prozent der Tiroler und Tirolerinnen älter als 60 Jahre sein werden. Seit einigen Jahren wird der Bedarf an Pflegebetten auch für unsere Region erhoben und laufend fortgeschrieben. Dieser demografischen Entwicklung wurde für die Region mittleres und hinteres Zillertal mit der Realisierung eines weiteren Bauabschnittes Rechnung getragen. In einer Konferenz der Bürgermeister der Gemeinden des Stiftungssprengels wurde daher beschlossen, zur Abdeckung des Bedarfes einen weiteren Anbau zu realisieren, der insgesamt 28 neue Pflegebetten mit den entsprechenden Nebenräumen und einem zweiten Bettenlift beinhalten soll. Architekt Zieger von Schwaz wurde mit der Projektierung beauftragt, nach einem ungewöhnlich langen Bauverfahren konnte im Jahr 2003 eine rechtskräftige Baubewilligung erteilt werden, sodass noch im Herbst dieses Jahres der Spatenstich erfolgte. Das nachfolgende Baugeschehen konnte bis Ende des Jahres 2004 abgeschlossen und mit der Besiedelung der neuen Wohnräume begonnen werden.

Gleichzeitig mit der Fertigstellung der Innenausstattung für den Erweiterungsbau wurden Anpassungen im Altbestand getätigt, für die Verwaltung eine zeitgemäße EDV-Ausstattung installiert und die Gartenanlage neu gestaltet.

Als sinnvoll erachteten die Verantwortlichen die Errichtung eines erdgeschoßigen Lokales, für dessen Anmietung ein praktischer Arzt gewonnen werden konnte.

Für den Erweiterungsbau und die zeitgemäße Einrichtung aller Räumlichkeiten musste ein Betrag von rund 3 Millionen Euro bereitgestellt werden. Zur Abdeckung dieser Investitionssumme erhielt die Stiftung Förderungsmittel des Landes, aus Mitteln der Wohnbauförderung wurde ein langfristiges Darlehen in Anspruch genommen, welches dankenswerterweise von den betroffenen Gemeinden getilgt wird, der Rest wird mit Eigenmitteln der Stiftung abgedeckt.

Im Frühjahr des Jahres 2005 erfolgte im Rahmen eines Festaktes und im Beisein von Landeshauptmann Dr. Herwig van Staa die offizielle Eröffnung dieses Erweiterungsbaues.

 


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